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Musiktheater

NACH DEM ROMAN VON JOSEF BIERBICHLER

MÜNCHNER KAMMERSPIELE

EINGELADEN ZUM BERLINER THEATERTREFFEN 2016

Roman-Requiem-Regie: Anna-Sophie Mahler im Gespräch mit Falk Rössler

„Im Publikum erhebt sich Sepp Bierbichler zur Standing Ovation – Referenz an einen Abend, der klugerweise gar nicht versucht, sein Epos in aller Breite und Fülle abzuhaken, dafür aber die bayrische in eine universelle Untröstlichkeit überführt hat.“ (THEATER HEUTE)

Ein Dorf im Spiegel der Generationen, denkwürdige Gestalten, Erinnerungsfragmente, ein Familienepos, alles und jeder bis in die Gegenwart hinein geformt durch die Kriegswirren des vergangenen Jahrhunderts. Der Seewirt, dem zweiten Weltkrieg entronnen, übernimmt das Erbe des Vaters, teilt das Gasthaus am Starnberger See mit jenen, die einfach da- oder übriggeblieben sind und mit denen, die alles hinter sich lassen mussten und dort gestrandet sind. Die Zeit treibt voran, alle versuchen ihr standzuhalten. Sie begrüßen den ersten Plattenspieler und das Wirtschaftswunder. Die Welt um sie herum verändert sich zu dem, was man schließlich modernes Leben nennen wird, und doch bleibt alles stets überschattet von den Erfahrungen, die sich dem Leben eingeprägt haben. Eine neue Generation wächst inzwischen heran, die aus der Vergangenheit ausbrechen und mit ihr endgültig abrechnen will und doch verstrickt bleibt in die Traumata des Jahrhunderts, in das familiäre Erbe, in die alte und die neue Zeit gleichermaßen. Am Grab des Seewirts erklingt schließlich Brahms´ „Ein deutsches Requiem“, das die Lebenden trösten soll. Ausgehend von der Aufführung dieses Requiems inszeniert die Regisseurin Anna-Sophie Mahler Bierbichlers Roman, ein Musiktheater, in dem im Angesicht des Todes die Erinnerungen aufscheinen.

MIT Steven Scharf, Thomas Hauser, Stefan Merki, Annette Paulmann, Jochen Noch, Damian Rebgetz INSZENIERUNG Anna-Sophie Mahler BÜHNE Duri Bischoff KOSTÜME Pascale Martin MUSIK Stefan Wirth, Sachiko Hara, Manfred Manhart, Anno Kesting, Bendix Dethleffsen LICHT Jürgen Tulzer DRAMATURGIE Johanna Höhmann MUSIKALISCHE LEITUNG Bendix Dethleffsen CHOR Junges Vokalensemble München DIRIGENTIN Julia Selina Blank

URAUFFÜHRUNG AM 22. NOVEMBER 2015

NÄCHSTE AUFFÜHRUNG:  11. Juli 2017

„Wie die feinhörige Regisseurin Anna-Sophie Mahler hier (und an anderen Stellen) mit dem musikalischen Element umgeht, ist eins der Wunder dieser Aufführung. Ein anderes, wie sie das überbordende, in Buchform 400 Seiten zählende Epos auf zwei je einstündige Teile kondensiert.“ (NZZ: Ihr habt nun Traurigkeit)

„Und so kann man mit Recht behaupten, dass Anna-Sophie Mahler und ihrem Team bei aller Behutsamkeit eine wahrhaft kongeniale Roman-Theatralisierung gelungen ist. Dass er dies ebenso empfindet, demonstrierte kein Geringerer als Josef Bierbichler selbst, der sich beim Applausauftritt der Regisseurin mitten im Publikum demonstrativ von seinem Sitz erhob. Was für eine schöne Geste.“ (DEUTSCHLANDFUNK: Bierbichlers „Mittelreich“ auf der Bühne)

OPER VON HANS ZENDER MIT DEM ENSEMBLE MODERN

FRANKFURT LAB

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– 16 Theatralische Abenteuer (1989/ 1991/ 1994 Text n. Cervante)
Uraufführung der Frankfurter Fassung

Mit seiner Oper ›Don Quijote de la Mancha‹ nach dem gleichnamigen Roman von Miguel de Cervantes widmet sich Hans Zender einem tragischen und zugleich komischen Stoff: Der Landadlige Don Quijote mit einer großen Vorliebe für Ritterromane ist so tief in die Welt aus Drachen- und Riesentötern, bösen Zauberern und schönen Burgfräulein eingetaucht, dass er loszieht, um seine aus Büchern gewonnenen Ideale vom richtigen Leben zu verwirklichen. Was ist Wirklichkeit, was ist Fantasie? Das ist die zentrale Frage, die zum Streit zwischen Knecht und Herrn führt. Die Wahrnehmungen von Sancho Pansa und dem Ritter von der traurigen Gestalt sind unterschiedlicher Art, was zu einer humorvoll geratenen Auseinandersetzung führt. Dabei bilden die im Untertitel benannten ›19 theatralischen Abenteuer‹, Szenen in variierender Besetzung und freier Reihenfolge aufführbar, ein Mosaik aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Handlung. Wie die beiden weiteren Opern Hans Zenders ›Stephen Climax‹ und ›Chief Joseph‹ zeichnet sich auch ›Don Quijote de la Mancha‹ durch komplexe Verschränkungen von Räumen, Zeiten und theatralischen Aktionen aus, was sie zu einem strukturell außergewöhnlichen Musiktheaterstück macht: Die einzelnen Elemente – Sprache, Musik, Gesang, Aktion und Instrumentalspiel – werden voneinander isoliert, um in jedem einzelnen Abenteuer des Ritters neu miteinander verbunden zu werden. In dieser Struktur spiegelt sich auch die zerspaltene Seele des tragikomischen Titelhelden wider.

Dirigent: Johannes Kalitzke
Solisten: Otto Katzameier (Bariton, Don Quijote), Winfrid Mikus (Sancho Panza)
In weiteren Rollen: Solisten der SCHOLA HEIDELBERG
Einstudierung Walter Nußbaum
Anna-Sophie Mahler: Regie
Duri Bischoff: Bühne, Kostüm, Ausstattung
Stefan Wirth: Dramaturgisch/musikalische Beratung
Marek Lamprecht: Lichtdesign
SWR Experimentalstudio: Live-Elektronische Realisation
Joachim Haas, Klangregie
Dominik Kleinknecht, Klangregie
Lukas Nowok, Klangregie-Assistenz

PREMIERE: 6. DEZEMBER 2017

Neue Musikzeitung: Ohne Mantel, ohne Degen und doch der ganze Cervantes 

Deutschlandradio Kultur Fazit: Anna-Sophie Mahler macht Musiktheater

EIN PROJEKT VON ANNA-SOPHIE MAHLER

BAYERISCHE STAATSOPER

Francesca da Rimini

„Die nüchterne Szenerie täuscht: „Francesca da Rimini“ mit Iulia Maria Dan (Mi.) in der Titelrolle ist eine emotionale Inszenierung im Rahmen der Festspiel-Werkstatt.“

Ausgehend von Franz Liszts Eine Symphonie nach Dantes Divina Commedia untersucht die Regisseurin Anna-Sophie Mahler die schicksalhafte Beziehung zwischen Francesca und ihrem Geliebten Paolo. Wie bei Dante wird auch bei Liszt das Höllentor durchschritten. Warum aber Francesca hier leiden muss – ob sie vorsätzlich Ehebruch begangen hat oder irrtümlicherweise meinte, Paolo sei ihr zukünftiger Gatte -, wird in beiden Werken nicht klar. Eine Geschichte über Trug und Verrat und die Hoffnung auf einen Augenblick des Glücks.

Anna-Sophie Mahler befasst sich für das Musiktheaterprojekt in der Gegenwart mit „eingesperrten Stimmen“ in der gegenwärtigen Gesellschaft: Daher führte sie in einem Frauengefängnis mit Inhaftierten Gespräche.

PREMIERE: 22. JULI 2015

INSZENIERUNG Anna-Sophie Mahler KOMPOSITION/ KLAVIER Stefan Wirth MUSIKALISCHE EINRICHTUNG/ KLAVIER Bendix Dethleffsen BÈHNE Duri Bischoff KOSTÜME Nic Tillein LICHT Michael Bauer DRAMATURGIE Benedikt Stampfli

SOPRAN Iulia Maria Dan SCHAUSPIELERINNEN Eva Löbau, Vivien Mahler, Judith Huber

 

 

EIN PROJEKT VON ANNA-SOPHIE MAHLER

THEATER BREMEN

Der Blick der Tosca, Foto: Jörg Landsberg

„Der Blick der Tosca“ wurde in der Opernwelt von Gerhard Asche (Weser Kurier, Bremer Nachr.) zur besten Uraufführung des Jahres 2014 nominiert.

Die Deutsche Bühne: Tosca als diskursives Dokumentartheater

Erinnerung ist Konstruktionsarbeit. „Nur der Kunst lebte ich und der Liebe“, behauptet Tosca und verzweifelt dann: „Warum, o Herr, dankst du mir das so?“ In Puccinis Oper stellt sich für Tosca die Frage, wieso sie, die sich nie um Politik geschert hat, in eine lebensbedrohliche revolutionäre Situation geraten kann. Kurz darauf ersticht sie den römischen Polizeichef. Ausgehend von Toscas „Vissi d’arte“ befasst sich Anna-Sophie Mahler in einem musikalisch-theatralischen Projekt mit der Frage, wie wir unser Leben in der Erinnerung konstruieren. Diese Frage hat sie Bremer Seniorinnen und Senioren gestellt – einem hohen Polizeibeamten, einem Sänger, einem Bürgerrechtler u.a.. Mit Hilfe des dokumentarischem Materials, das Mahler aus diesen Interviews generiert hat, nähert sich die Regisseurin mit vier Schauspielern den zentralen Figuren der Oper von Puccini.

Premiere: 4. Mai 2014

Besetzung: Annemaaike Bakker, Peter Fasching, Johannes Scheffler, Matthieu Svetchine, Bendix Dethleffsen
Regie: Anna-Sophie Mahler
Musikalische Leitung: Bendix Dethleffsen
Ausstattung: Katrin Connan
Licht: Christian Kemmetmüller
Dramaturgie: Katinka Deecke
www.theaterbremen.de

EIN PASTICHE VON CAPRICONNECTION

GESSNERALLEE ZÜRICH/KASERNE BASEL

TOI2

art-tv: „Tristan oder Isolde

CapriConnection präsentiert ein echtes Stück Bayreuth! Im Sommer 2012 rettete die Schweizer Gruppe grosse Teile des Bühnenbilds von Anna Viebrock aus der Marthaler Inszenierung “Tristan und Isolde” vor der Verschrottung und überführte sie in einer Nacht-und-Nebelaktion von Bayreuth nach Zürich. Jetzt besetzen sie den geklauten Bühnenraum und befragen den Liebes- und Wagnermythos. Instrumentiert durch einen Moog-Synthesizer, eine Spieluhr, Meldodica und einen Bass erfinden sie mit wenigen Mitteln die Oper neu. In Tristan oder Isolde erzählen und singen sie von Sehnsucht und Leidenschaft in einer rationellen Welt, von den Schwierigkeiten, den Richtigen oder die Richtige zu finden, aber auch vom gesellschaftlichen Nutzen der Zweierbeziehung und vom Missbrauch romantischer Gefühle durch die Ökonomie.

Besetzung Szenische Leitung, Gesang, Geige: Anna-Sophie Mahler; Spiel: Susanne Abelein, Rahel Hubacher; Melodica, Spieluhr: Benjamin Brodbeck; Licht, Bass: Benny Hauser; Musikalische Beratung, Piano: Stefan Wirth; Gesang (Video): Damian Rebgetz.
Idee, Konzeption: Abelein/Hubacher/Mahler/Merken; Bühne: Duri Bischoff (nach einem Bühnenbild von Anna Viebrock); Kostüme: Nic Tillein; Dramaturgie: Kris Merken; Beratung: Boris Nikitin; Ton: Thomas Winkler; Video: Florian Olloz; Produktionsleitung: Christiane Dankbar; Managment: Boris Brüderlin.
Premiere am 20. Juni 2013 Gessnerallee Zürich

Eine Koproduktion mit den Festspielen Zürich, Gessnerallee Zürich und Kaserne Basel.
Mit freundlicher Unterstützung durch Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Fachausschuss Theater und Tanz beider Basel, Stanley Thomas Johnson Stiftung.

PRESSE:
Neue Zürcher Zeitung: Musiktheatralische Geisterbeschwörung                                 Neue Zürcher Zeitung: Biografiearbeit mit Vorhalt                                              TagesWoche: Bis zum berauschenden Liebestod