DON QUIJOTE DE LA MANCHA

OPER VON HANS ZENDER MIT DEM ENSEMBLE MODERN

FRANKFURT LAB

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– 16 Theatralische Abenteuer (1989/ 1991/ 1994 Text n. Cervante)
Uraufführung der Frankfurter Fassung

Mit seiner Oper ›Don Quijote de la Mancha‹ nach dem gleichnamigen Roman von Miguel de Cervantes widmet sich Hans Zender einem tragischen und zugleich komischen Stoff: Der Landadlige Don Quijote mit einer großen Vorliebe für Ritterromane ist so tief in die Welt aus Drachen- und Riesentötern, bösen Zauberern und schönen Burgfräulein eingetaucht, dass er loszieht, um seine aus Büchern gewonnenen Ideale vom richtigen Leben zu verwirklichen. Was ist Wirklichkeit, was ist Fantasie? Das ist die zentrale Frage, die zum Streit zwischen Knecht und Herrn führt. Die Wahrnehmungen von Sancho Pansa und dem Ritter von der traurigen Gestalt sind unterschiedlicher Art, was zu einer humorvoll geratenen Auseinandersetzung führt. Dabei bilden die im Untertitel benannten ›19 theatralischen Abenteuer‹, Szenen in variierender Besetzung und freier Reihenfolge aufführbar, ein Mosaik aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Handlung. Wie die beiden weiteren Opern Hans Zenders ›Stephen Climax‹ und ›Chief Joseph‹ zeichnet sich auch ›Don Quijote de la Mancha‹ durch komplexe Verschränkungen von Räumen, Zeiten und theatralischen Aktionen aus, was sie zu einem strukturell außergewöhnlichen Musiktheaterstück macht: Die einzelnen Elemente – Sprache, Musik, Gesang, Aktion und Instrumentalspiel – werden voneinander isoliert, um in jedem einzelnen Abenteuer des Ritters neu miteinander verbunden zu werden. In dieser Struktur spiegelt sich auch die zerspaltene Seele des tragikomischen Titelhelden wider.

Dirigent: Johannes Kalitzke
Solisten: Otto Katzameier (Bariton, Don Quijote), Winfrid Mikus (Sancho Panza)
In weiteren Rollen: Solisten der SCHOLA HEIDELBERG
Einstudierung Walter Nußbaum
Anna-Sophie Mahler: Regie
Duri Bischoff: Bühne, Kostüm, Ausstattung
Stefan Wirth: Dramaturgisch/musikalische Beratung
Marek Lamprecht: Lichtdesign
SWR Experimentalstudio: Live-Elektronische Realisation
Joachim Haas, Klangregie
Dominik Kleinknecht, Klangregie
Lukas Nowok, Klangregie-Assistenz

PREMIERE: 6. DEZEMBER 2017

Neue Musikzeitung: Ohne Mantel, ohne Degen und doch der ganze Cervantes 

Deutschlandradio Kultur Fazit: Anna-Sophie Mahler macht Musiktheater

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1 Kommentar
  1. Renate Krämer sagte:

    Diese Inszenierung gehört zu den eindrucksvollsten, die ich in der letzten Zeit gesehen habe. Sie lebt in vielen Fächern des Gedächtnisses weiter und ist im wahrsten Sinne des Wortes Nahrung für den Verstand und die Seele.

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