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Archiv für den Monat November 2013

OPER IN 4 AKTEN VON ANTONIO VIVALDI

THEATER BREMEN

Orlando2(c) Jörg Landgraf

„Die Bremer Inszenierung seines „Orlando furioso“ ist grandios: musikalisch, schauspielerisch – und nicht zuletzt dramaturgisch“ (taz)

„Die junge Regisseurin Anna-Sophie Mahler (…) macht daraus ein fesselndes psychologisches Kammerspiel über die Verwirrung der Gefühle. Nicht die verwickelte Liebesgeschichte steht im Vordergrund, es geht um die Beziehungslosigkeit der Menschen. Die Halle, die uns da vorgeführt wird und die mit ihren ins Nirgendwo gehenden Türen von der Regisseurin einfallsreich und nicht ohne Sinn für Komik bespielt wird, wird zum Schauplatz, auf dem verunsicherte Menschen nach Liebe und Geborgenheit suchen.“ (Weser-Kurier)

Orlando will von der realen Welt nichts wissen. Als Verwandter Don Quichottes baut er sich Luftschlösser, er lebt die Literatur als Glaubensbekenntnis, als Auftrag. Auch die Liebe, die Angelica heißt, aber jeden Namen tragen könnte, setzt er absolut. Als Orlando erfährt, dass Angelica heimlich Medoro heiratet, bricht das Niemandsland in seinen Geist. Im Wahnsinn zerstört er alles, woraus seine Welt bestand. Mehrfach und über Jahre hinweg beschäftigte sich Antonio Vivaldi mit Ariosts Epos Der rasende Roland. Bereits 1713 vertonte er eine erste Version, die jedoch beim Publikum durchfiel, woraufhin er das Werk in neuen Fassungen zu Orlando furioso überarbeitete, zuletzt 1727.
„Wenn diese nicht gefällt, will ich keine Musik mehr schreiben“, vermerkte er am Rand der Partitur – nicht weniger absolut als seine Figur Orlando. Tatsächlich gelang ihm eines seiner besten Werke, das insbesondere in den Wahnsinnsszenen musikalische Welten öffnet, die in ihrer Radikalität den Bogen zum zerrissenen und verzweifelt das gute Ende suchenden Subjekt der Moderne schlagen.

Besetzung Orlando: Martin Kronthaler; Angelica: Alexandra Scherrmann; Alcina: Nadja Stefanoff; Bradamante: Marysol Schalit, Cristina Piccardi; Medoro: Christoph Heinrich; Ruggiero: Hyojong Kim; Astolfo: Patrick Zielke; Musikalische Leitung: Olof Boman; Regie: Anna-Sophie Mahler; Bühne: Duri Bischoff; Kostüme: Geraldine Arnold; Licht: Christopher Moos; Dramaturgie: Sylvia Roth

Premiere am 12. Oktober 2013

Kritiken (Auswahl):
Radio Bremen, 14.10.2013
taz, Der Wahn als inszeniertes Wagnis 15.10.2013
online musik magazin

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EIN PASTICHE VON CAPRICONNECTION

GESSNERALLEE ZÜRICH/KASERNE BASEL

TOI2

art-tv: „Tristan oder Isolde

CapriConnection präsentiert ein echtes Stück Bayreuth! Im Sommer 2012 rettete die Schweizer Gruppe grosse Teile des Bühnenbilds von Anna Viebrock aus der Marthaler Inszenierung “Tristan und Isolde” vor der Verschrottung und überführte sie in einer Nacht-und-Nebelaktion von Bayreuth nach Zürich. Jetzt besetzen sie den geklauten Bühnenraum und befragen den Liebes- und Wagnermythos. Instrumentiert durch einen Moog-Synthesizer, eine Spieluhr, Meldodica und einen Bass erfinden sie mit wenigen Mitteln die Oper neu. In Tristan oder Isolde erzählen und singen sie von Sehnsucht und Leidenschaft in einer rationellen Welt, von den Schwierigkeiten, den Richtigen oder die Richtige zu finden, aber auch vom gesellschaftlichen Nutzen der Zweierbeziehung und vom Missbrauch romantischer Gefühle durch die Ökonomie.

Besetzung Szenische Leitung, Gesang, Geige: Anna-Sophie Mahler; Spiel: Susanne Abelein, Rahel Hubacher; Melodica, Spieluhr: Benjamin Brodbeck; Licht, Bass: Benny Hauser; Musikalische Beratung, Piano: Stefan Wirth; Gesang (Video): Damian Rebgetz.
Idee, Konzeption: Abelein/Hubacher/Mahler/Merken; Bühne: Duri Bischoff (nach einem Bühnenbild von Anna Viebrock); Kostüme: Nic Tillein; Dramaturgie: Kris Merken; Beratung: Boris Nikitin; Ton: Thomas Winkler; Video: Florian Olloz; Produktionsleitung: Christiane Dankbar; Managment: Boris Brüderlin.
Premiere am 20. Juni 2013 Gessnerallee Zürich

Eine Koproduktion mit den Festspielen Zürich, Gessnerallee Zürich und Kaserne Basel.
Mit freundlicher Unterstützung durch Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Fachausschuss Theater und Tanz beider Basel, Stanley Thomas Johnson Stiftung.

PRESSE:
Neue Zürcher Zeitung: Musiktheatralische Geisterbeschwörung                                 Neue Zürcher Zeitung: Biografiearbeit mit Vorhalt                                              TagesWoche: Bis zum berauschenden Liebestod