Ein Zeltlager ohne Bäume mit Morton Feldman


Copyright (C) Thomas Aurin

Dokumentarisches Musiktheater mit Musik von Morton Feldman, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Franz Schubert und Richard Strauss.

Inszenierung, Konzept: Anna-Sophie Mahler

Dramaturgie, Konzept: Falk Rößler, Musikalische Leitung, Komponist: Michael Wilhelmi, Ausstattung: Sophie Krayer, Videodesign: Georg Lendorff, Klangregie: Albrecht Ziepert, Dramaturgie: Lars Gebhardt , Leitung des Jugendchores: Christian Lindhorst, Von und mit: Thomas Douglas, Rebecca Pedersen, Philipp Jekal, Falk Rößler, Michael Wilhelmi, Stefan Wirth, Jugendchor der Deutschen Oper Berlin, Thomas Douglas

Pianist Morton Feldman „Triadic memories“: Stefan Wirth

Premiere 2.Oktober 2020 19.00 Uhr.

Probenbesuch/ Features: https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/calendar/production/waldesruh.1257977

Mein Seelenort: https://www.deutscheoperberlin.de/de_DE/anna-sophie-mahler-mein-seelenort

ZUM INHALT

Der Topos vom Wald als Ort deutscher Romantik wurde über die letzten 200 Jahre unterschiedlichsten Umformungen ausgesetzt: Ob als Inbegriff romantischer Weltflucht, Spießigkeit, militaristischer Uniformität, Ökospiritualität oder Seismograph des Klimawandels – der Wald war und ist Projektionsfläche gesellschaftspolitischer Phänomene.

Regisseurin Anna-Sophie Mahler und ihr Team nehmen Recherchegespräche mit Spezialist*innen und Wissenschaftler*innen zum Ausgangspunkt für ihren zweiteiligen Musiktheaterabend, der einerseits zum Lernen und Erfahren einladen möchte, andererseits Perspektivwechsel herbeiführen wird: So werden sich romantische Chorliteratur und Waldlieder mit Zeltlageratmosphäre verbinden, erfährt das Publikum mehr über Pilzstrukturen und die Kommunikation der Bäume und verwandelt sich die kahle Tischlerei in einen imaginären Wald. Der Abend gipfelt in einer konzentrierten Aufführung von Morton Feldmans »Triadic Memories« – ein außergewöhnliches Stück für Klavier solo. 1981 entstanden, handelt es sich um ein Spätwerk von Feldman, das von extremer Reduktion, Klarheit und Offenheit lebt.

Copyright (C) Thomas Aurin

KOMISCHE OPER VON GIUSEPPE VERDI – THEATER FREIBURG

Trailer

Sir John Falstaff ist ein Naturereignis: seine Erscheinung imposant, sein Auftreten gebieterisch, seine Art besitzergreifend. Und am faszinierendsten: Das Ereignis kümmert sich nicht um Regeln, Gepflogenheiten oder Anstand, es existiert einfach zu seinem Selbstzweck, gewissermaßen für nichts als seinen Bauch. Falstaff lebt. Da kann man schon mal ein wenig neidisch werden. Zumal, wenn der eigene Alltag eher grau ist, wie der der Menschen aus Windsor. Allein Falstaffs Präsenz bringt alle außer Rand und Band, dazu müsste er keine ungehörigen Liebesbriefe schreiben oder ins Eigenheim der Besitzbürger vordringen. Falstaff weckt Sehnsüchte, die man sich lange versagt hat. Jetzt ist er plötzlich da. Und mit ihm die blanke Gier. Doch die Entfesselung setzt auch Ängste frei, die grässlichsten in Ford. Und also bläst Ford zur Menschenjagd auf den Genussmenschen Falstaff, die in einen regelrechten Exorzismus ausartet, nachdem Falstaff zuvor schon mit der Schmutzwäsche der anderen in die Themse entsorgt wurde. Begierden, Eskapaden, Irrtümer – auf diese Mischung hat Giuseppe Verdi lange gewartet. Schon die Zeitgenossen waren überrascht, als er sein Tragödien- Schaffen mit einer musikalischen Komödie beschloss. Ziemlich dunkel ist sie geworden, dabei dennoch feinsinnig, federleicht – und bitterböse. 

Musikalische Leitung: Fabrice Ballon, Regie: Anna-Sophie Mahler, Bühne Duri Bischoff: Kostüme Nic Tillein, Chordirektor: Norbert Kleinschmidt, Dramaturgie: Heiko Voss.

Mit Juan Orozco (Falstaff), Martin Berner (Ford), Joshua Kohl (Fenton), Roberto Gionfriddo (Cajus), Junbum Lee (Bardolfo), Rossen Krastev (Pistola), Irina Jae-Eun Park(Alice), Samantha Gaul (Nannetta), Anja Jung (Quickly), Inga Schäfer (Meg),  Opernchor des Theater Freiburg Philharmonisches Orchester Freiburg

Nächste Aufführungen: 15.02.2020// 19.30 – 22.00; 28.02.2020// 19.30 – 22.00 Uhr; 07.03.2020// 19.30 – 22.00; 29.03.2020// 18.00 – 20.30 Uhr

Hotel der Immigranten

Ein musiktheatrales Projekt von Anne Jelena Schulte, CapriConnection, Christof Kurzmann, Estrella del Oriente / Pedro Roth, Jonas Kocher, Leonel Kaplan und Tebbe Schöningh

«Argentinien, Argentinien – das ist doch wo der Maradona herkommt!»

Das ist es, was die deutsche Jüdin Johanna zu hören bekam als sie fünfzig Jahre nach ihrer Flucht das erste Mal wieder in Europa war. So populär Maradona ist, so vergessen scheinen die hunderttausenden Europäer, die dort Zuflucht fanden vor den Diktaturen und der Armut des letzten Jahrhunderts.

Die Theatergruppe Capri Connection und die Autorin Anne Jelena Schulte sind nach Argentinien gereist um einige dieser vergessenen Geschichten nach Europa zurückzutragen.
In poetisch verdichteten Texten erzählen sie von Deutschen, Schweizern, Spaniern und Ukrainern, die auf überfüllte Schiffe kletterten um ihre Leben zu retten und im Asyl «Hotel der Immigranten» am Rio de la Plata ihre erste Unterkunft fanden.

Eine Performerin und drei Musiker aus Argentinien, Österreich und der Schweiz heben diese Geschichten in einen zeitlosen Klangraum.

Im zweiten Teil des Abends gehört die Bühne dem Künstler Pedro Roth. Auch er ist als Jugendlicher auf der Flucht vor den Nazis aus Ungarn nach Argentinien gekommen. Seither entwickelt er Zukunftsutopien, darunter ein Walfisch-Schiff, auf dem Menschen zu Kunstwerken erklärt werden. Somit steht ihnen die Fahrt in jedes Land offen, wenn sich nur ein Galerist findet, der eine Einladung ausspricht…

Nächste Vorstellungen: Di. 7. April 2020 und 8. April 2020; Theater Chur

Beteiligte

Idee:Anne Jelena Schulte
Konzept:Anne Jelena Schulte, CapriConnection (Abelein|Dankbar|Mahler), Tebbe Schöningh
Projektentwicklung:Gesamtes Team
Autorin:Anne Jelena Schulte
Szenische Leitung:Anna-Sophie Mahler
Produktionsleitung:Christiane Dankbar
Performerin:Susanne Abelein
Akkordeon:Jonas Kocher
Trompete:Leonel Kaplan
Computer / Electronics:Christof Kurzmann
Pedro Roth / Estrella del Oriente:
Visuals:Tebbe Schöningh
Raum :Sophie Krayer
Kostüme:Nic Tillein
Ton:Marcel Babazadeh
Technische Leitung / Licht Design:Benny Hauser

In Koproduktion mit der Gessnerallee Zürich und der Kaserne Basel

Mit freundlicher Unterstützung

Stadt Zürich Kultur, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Fachausschuss Tanz und Theater BS/BL, Pro Helvetia, Ernst Göhner Stiftung

Bernd Weißbrod

Koproduktion von Staatsoper Stuttgart, Stuttgarter Ballett und Schauspiel Stuttgart

Frauenzeitschriften mit millionenstarken Auflagen, eine stagnierende Gender Pay Gap, 80% der Hausarbeit von Frauen verrichtet – es steht nicht gut um die Gleichberechtigung. Und wenn es doch vereinzelt Frauen gibt, die ökonomisch und sozial selbstbestimmt sind, so befestigen diese tokens oft nur die streng biologische Einteilung der Welt in Mann und Frau. Das 1933 von dem Choreographen George Balanchine in Auftrag gegebene »ballet chanté« Die sieben Todsünden von Bertolt Brecht und Kurt Weill erzählt, wie die junge Frau Anna sich einer patriarchal organisierten Welt unterwerfen muss. Und auch zu Beginn des Jahres 2019 können nur Wenige selbstbestimmt leben. Eine, die das beispielhaft tut und so zu einer Ikone der Freiheit geworden ist, ist die kanadische Electroclash-Sängerin Peaches, die zusammen mit dem Staatsorchester Stuttgart, der Schauspielerin Josephine Köhler und dem Tänzer und Choreographen Louis Stiens auf der Bühne stehen wird, wenn die Staatsoper Stuttgart, das Stuttgarter Ballett und das Schauspiel Stuttgart in der ersten gemeinsamen Produktion seit 23 Jahren zusammenkommen. Ausgehend von Brecht / Weills Die sieben Todsünden inszeniert die Regisseurin Anna-Sophie Mahler einen Abend zwischen Oper und Club, zwischen Theater und Boxring.

Regie: Anna- Sophie Mahler featuring Peaches; Musikalische Leitung: Stefan Schreiber; Choreographie: Louis Stiens; Bühne: Katrin Connan; Kostüme: Marysol del Castillo; Dramaturgie: Katinka Deecke. Mit: Elliott Carlton Hines, Josephine Köhler, Gergely Németi, Peaches, Christopher Sokolowski, Florian Spiess, Louis Stiens, Melinda Witham

Premiere: Sa 2. Februar 2019 // 20:00 Uhr /

WIEDERAUFNAHME: Sa 7. März 2020, Di 17. März 2020, Fr 20. März 2020, So 22. März 2020

Ein musiktheatrales Projekt von CapriConnection

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Eine Koproduktion mit der Gessnerallee Zürich und der Kaserne Basel

Es ist etwas in der Welt, dessen Energie mächtige Wirkung erzeugt. Es ist in unseren Körpern. Ab und zu bricht es heraus in einem Anfall von Zorn und attackiert einen anderen. Immer ist es ein Ereignis. Manchmal glauben wir, es im Angesicht eines Menschen sehen zu können. Manchmal verbirgt es sich hinter einem freundlichen Wesen. Es beschäftigt uns, weil es enorm vielgestaltig erscheint. Viele Versuche es zu fassen, geben ihm eine Kontur, die sich schnell wieder auflöst. Es kann kollektiv erscheinen oder in einer Person. Es kann konkret sein oder abstrakt. Immer ist es gefährlich. Wir nennen es DAS BÖSE. CapriConnection sucht dieses heimlichen Grollen in uns und bringt es auf die Bühne, den Ort, der von jeher mit Verrätern und Mördern bevölkert wird. Zu diesem Zweck lassen wir DAS BÖSE musikalisch auferstehen in der Figur des Hagen aus Wagners Götterdämmerung. Er führt uns in die Tiefen unseres eigenen Abgrunds, verführt uns und lässt uns lauthals seine Kriegsrufe mitsingen. In diesen Abgrund des BÖSEN lassen wir drei Performer_innen in der Gestalt des Verhaltensforschers Konrad Lorenz, der politischen Theoretikerin Hannah Arendt und des Philosophen und Vordenkers der Psychoanalyse Friedrich Nietzsche hinabsteigen. Sie beginnen, über das zu sprechen, was wir DAS BÖSE nennen. Ihre Worte gegen Hagens Wirken. Was wiegt schwerer? Wer steckt uns an? Wer überzeugt uns? Auf wessen Seite stellen wir uns? Lässt sich das Rätsel der Grausamkeit lösen? Und wie finden wir einen Weg daraus?

PREMIERE: 21.09.2017

KRITIK: „In ihrer grossartigen Inszenierung “ Das Böse – Eine Götterdämmerung‘ an den Kammerspielen München durchleitet Anna-Sophie Mahler existenzielle Fragen unseres Daseins“ taz „Auf der Spur des Bösen“

 

THEATER KONSTANZ – BIENNALE VENEDIG

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Trailer: „Alla fine del mare“

Im Rahmen des Internationales Bodenseefestival 2017. Nach Motiven von Federico Fellinis Film „E la nave va“. Regie: Anna-Sophie Mahler, Bühne: Duri Bischoff, Kostüm: Nic Tillein, Musikalische Leitung: Stefan Wirth

Ein Nobeldampfer auf hoher See. An Bord eine wie aus der Zeit gefallene Gemeinschaft von Opernstars. Sie bilden eine elitäre Luxusgesellschaft, die nach eigenen Regeln funktioniert. Ihre Sprache der Gesang, ihre Geste der der grossen Oper, beides Ausdruck ihrer Elegie und Dekadenz. Doch als sie auf See unvermittelt auf Kriegsflüchtlinge treffen, bricht das Fremde, dem sie sich bisher stets standhaft verweigerten, unwiderruflich in ihre Welt ein. Aufbauend auf Frederic Fellinis 1983 erschienenem Film E la nave va (dt. Schiff der Träume) erzählt Alla fine del mare mit Mitteln der Musik und des Theaters von der Begegnung zweier ungleichen Welten im Angesichts einer bevorstehenden Zeitenwende, von Fluchtbewegung und Begegnungen mit dem Fremden.

Anna-Sophie Malers Bearbeitung des Stoffes am Theater Konstanz wird den Zusammenprall zweier Realitäten auf der Bühne thematisieren. Sprache und Gesang, Schauspiel, Chor und Solisten bilden eine Welt der ästhetischen Gegensätze.

KRITIKEN:

Mahler hält nichts vom Betroffenheitstheater. „Alla Fine del mare“, das vom Theater Konstanz im Rahmen des Internationalen Bodenseefestivals produziert wurde und demnächst auf der Theaterbiennale in Venedig gastiert, arbeitet mit starken Bildern, die den Zuschauer zum Mitdenken herausfordern. Ein grandioser Theaterabend.
Manfred Jahnke, Die deutsche Bühne Online 20.5.17

Den immensen musikalischen Bogen von Igor Strawinskys Requiem Canticles, das 1966 an der Universität von Princeton uraufgeführt wurde, bis zu Luigi Nonos experimenteller Raum-Klang-Musik spannt Pianist Stefan Wirth brillant. Die Begleitung des vielseitigen Theatermusikers, der auch komponiert und arrangiert, bildet das dramaturgische Rückgrat von Mahlers Alptraumtheater. Chorleiter Frederic Bolli verführt die Sängerinnen und Sänger zu einem Totentanz. Mahlers Kunstgriff, Fellinis Filmmotive im Musiktheater neu zu denken, geht auf.
Elisabeth Maier, Nachtkritik 20.5.17

URAUFFÜHRUNG. 19. Mai 2017

NÄCHSTE VERANSTALTUNG
Samstag 05.08.2017 – 20 Uhr Teatro Piccolo Arsenale Venedig

MIT: Stefan Wirth, Johanna Link, Sylvana Schneider, Peter Posniak, Yuka Yanagihara Chor: Kira Adams, Franziska Bolli, Ekaterina Chekmareva, Wei-Chen Chen, Roswitha Graf, Andrea Griener-Wührer, Adriane Hilß, Julia Hinger, Naida Johnson, Isabell Marquardt, Philine Passin, Giorgiana Pelliccia, Anabel Roschmann, Andrea Viola Sigrist, Elfi Wagner, Regina Woelky, Wolfgang Brückner, Philip de Roulet, James Douglas, Dong-Ho Park, Hans-Jörg Probst, Elias Wahl, Julian Weißer (StudentInnen der Musikhochschule Trossingen sowie Mitglieder des Kammerchor Konstanz)MUSIK: Leitung: Stefan Wirth, Chorleiter MH Trossingen: Michael Alber
Chorführer: Frederic Bolli WEITERE: Armin Peterka, Elena Bulochnikova, Steven Draffehn, Stéphanie Dreher, Bernd Oßwald

WIR FAHREN NACH VENEDIG!

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Presse: Anna-Sophie Mahler. Mentre nulla accade, il mondo cambia
Teatro e Critica (Comunicati Stampa)

Biennale Channel: „Anna-Sophie Mahler Biennale Teatro 2017“ Part 1Part 2

Tristan oder Isolde“ und „Alla fine del mare“ zeigen wir diesen Sommer in Venedig!

AUFFÜHRUNGEN: „Tristan oder Isolde4. August 2017 um 21 Uhr im Teatro alle Tese Venedig; „Alla fine del mare5. August 2017 20.00 Uhr im Teatro Piccolo Arsenale Venedig

 

NACH DEM ROMAN VON JOSEF BIERBICHLER

MÜNCHNER KAMMERSPIELE

EINGELADEN ZUM BERLINER THEATERTREFFEN 2016

Trailer: „Mittelreich“

Roman-Requiem-Regie: Anna-Sophie Mahler im Gespräch mit Falk Rössler

„Im Publikum erhebt sich Sepp Bierbichler zur Standing Ovation – Referenz an einen Abend, der klugerweise gar nicht versucht, sein Epos in aller Breite und Fülle abzuhaken, dafür aber die bayrische in eine universelle Untröstlichkeit überführt hat.“ (THEATER HEUTE)

Ein Dorf im Spiegel der Generationen, denkwürdige Gestalten, Erinnerungsfragmente, ein Familienepos, alles und jeder bis in die Gegenwart hinein geformt durch die Kriegswirren des vergangenen Jahrhunderts. Der Seewirt, dem zweiten Weltkrieg entronnen, übernimmt das Erbe des Vaters, teilt das Gasthaus am Starnberger See mit jenen, die einfach da- oder übriggeblieben sind und mit denen, die alles hinter sich lassen mussten und dort gestrandet sind. Die Zeit treibt voran, alle versuchen ihr standzuhalten. Sie begrüßen den ersten Plattenspieler und das Wirtschaftswunder. Die Welt um sie herum verändert sich zu dem, was man schließlich modernes Leben nennen wird, und doch bleibt alles stets überschattet von den Erfahrungen, die sich dem Leben eingeprägt haben. Eine neue Generation wächst inzwischen heran, die aus der Vergangenheit ausbrechen und mit ihr endgültig abrechnen will und doch verstrickt bleibt in die Traumata des Jahrhunderts, in das familiäre Erbe, in die alte und die neue Zeit gleichermaßen. Am Grab des Seewirts erklingt schließlich Brahms´ „Ein deutsches Requiem“, das die Lebenden trösten soll. Ausgehend von der Aufführung dieses Requiems inszeniert die Regisseurin Anna-Sophie Mahler Bierbichlers Roman, ein Musiktheater, in dem im Angesicht des Todes die Erinnerungen aufscheinen.

MIT Steven Scharf, Thomas Hauser, Stefan Merki, Annette Paulmann, Jochen Noch, Damian Rebgetz INSZENIERUNG Anna-Sophie Mahler BÜHNE Duri Bischoff KOSTÜME Pascale Martin MUSIK Stefan Wirth, Sachiko Hara, Manfred Manhart, Anno Kesting, Bendix Dethleffsen LICHT Jürgen Tulzer DRAMATURGIE Johanna Höhmann MUSIKALISCHE LEITUNG Bendix Dethleffsen CHOR Junges Vokalensemble München DIRIGENTIN Julia Selina Blank

URAUFFÜHRUNG AM 22. NOVEMBER 2015

„Wie die feinhörige Regisseurin Anna-Sophie Mahler hier (und an anderen Stellen) mit dem musikalischen Element umgeht, ist eins der Wunder dieser Aufführung. Ein anderes, wie sie das überbordende, in Buchform 400 Seiten zählende Epos auf zwei je einstündige Teile kondensiert.“ (NZZ: Ihr habt nun Traurigkeit)

„Und so kann man mit Recht behaupten, dass Anna-Sophie Mahler und ihrem Team bei aller Behutsamkeit eine wahrhaft kongeniale Roman-Theatralisierung gelungen ist. Dass er dies ebenso empfindet, demonstrierte kein Geringerer als Josef Bierbichler selbst, der sich beim Applausauftritt der Regisseurin mitten im Publikum demonstrativ von seinem Sitz erhob. Was für eine schöne Geste.“ (DEUTSCHLANDFUNK: Bierbichlers „Mittelreich“ auf der Bühne)

OPER VON HANS ZENDER MIT DEM ENSEMBLE MODERN

FRANKFURT LAB

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– 16 Theatralische Abenteuer (1989/ 1991/ 1994 Text n. Cervante)
Uraufführung der Frankfurter Fassung

Trailer: „Don Quijote de la Mancha“

Mit seiner Oper ›Don Quijote de la Mancha‹ nach dem gleichnamigen Roman von Miguel de Cervantes widmet sich Hans Zender einem tragischen und zugleich komischen Stoff: Der Landadlige Don Quijote mit einer großen Vorliebe für Ritterromane ist so tief in die Welt aus Drachen- und Riesentötern, bösen Zauberern und schönen Burgfräulein eingetaucht, dass er loszieht, um seine aus Büchern gewonnenen Ideale vom richtigen Leben zu verwirklichen. Was ist Wirklichkeit, was ist Fantasie? Das ist die zentrale Frage, die zum Streit zwischen Knecht und Herrn führt. Die Wahrnehmungen von Sancho Pansa und dem Ritter von der traurigen Gestalt sind unterschiedlicher Art, was zu einer humorvoll geratenen Auseinandersetzung führt. Dabei bilden die im Untertitel benannten ›19 theatralischen Abenteuer‹, Szenen in variierender Besetzung und freier Reihenfolge aufführbar, ein Mosaik aus verschiedenen Blickwinkeln auf die Handlung. Wie die beiden weiteren Opern Hans Zenders ›Stephen Climax‹ und ›Chief Joseph‹ zeichnet sich auch ›Don Quijote de la Mancha‹ durch komplexe Verschränkungen von Räumen, Zeiten und theatralischen Aktionen aus, was sie zu einem strukturell außergewöhnlichen Musiktheaterstück macht: Die einzelnen Elemente – Sprache, Musik, Gesang, Aktion und Instrumentalspiel – werden voneinander isoliert, um in jedem einzelnen Abenteuer des Ritters neu miteinander verbunden zu werden. In dieser Struktur spiegelt sich auch die zerspaltene Seele des tragikomischen Titelhelden wider.

Dirigent: Johannes Kalitzke
Solisten: Otto Katzameier (Bariton, Don Quijote), Winfrid Mikus (Sancho Panza)
In weiteren Rollen: Solisten der SCHOLA HEIDELBERG
Einstudierung Walter Nußbaum
Anna-Sophie Mahler: Regie
Duri Bischoff: Bühne, Kostüm, Ausstattung
Stefan Wirth: Dramaturgisch/musikalische Beratung
Marek Lamprecht: Lichtdesign
SWR Experimentalstudio: Live-Elektronische Realisation
Joachim Haas, Klangregie
Dominik Kleinknecht, Klangregie
Lukas Nowok, Klangregie-Assistenz

PREMIERE: 6. DEZEMBER 2017

Neue Musikzeitung: Ohne Mantel, ohne Degen und doch der ganze Cervantes 

Deutschlandradio Kultur Fazit: Anna-Sophie Mahler macht Musiktheater

LYRISCHE TRAGÖDIE IN ZWEI AKTEN VON GAETANO DONIZETTI
NACH „MARIA STUARDA“ VON FRIEDRICH SCHILLER

THEATER BREMEN

Anna-Sophie Mahler inszeniert das Drama kammerspielartig und hat ihre Sänger zu
exzellenten, sehr fein differenzierten schauspielerischen Leistungen inspiriert. Dabei hat sie  sich genau in Donizettis Musik hineingefühlt, die szenischen Aktionen sind zwingend und gehen immer mit der Musik…Ein exzellent inszenierter musikalischer Psychothriller! (NDR Kultur)

Besetzung: 

Maria Stuarda, Königin von Schottland Patricia Andress

Elisabetta I., Königin von England Theresa Kronthaler
Roberto, Graf von Leicester Hyojong Kim
Giorgio Talbot, Graf von Shrewsbury Christoph Heinrich
Guglielmo Cecil, Baron von Burleigh Loren Lang
Anna Kennedy, Vertraute Marias Nathalie Mittelbach
Statisterie und Chor des Theater Bremen. Es spielen die Bremer Philharmoniker
Musikalische Leitung Olof Boman
Regie Anna-Sophie Mahler
Bühne Duri Bischoff
Kostüme Geraldine Arnold
Chor Daniel Mayr
Choreografie Jacqueline Davenport
Licht Christian Kemmetmüller
Dramaturgie Caroline Scheidegger

Presse

In abgewrackter Gefängnisatmosphäre entfaltet Anna-Sophie Mahler aus dem historischen Stoffen feinsinniges Psychogramm. Spannung pur! Patricia Andres (Maria) und Theresa Frontaler (Elisabeth) sind zwei ebenbürtige Rivalinnen. Grossartig! (Bild)

Raffiniert in Szene gesetzt

Regisseurin Anna-Sophie Mahler, die in Bremen schon vier Opern inszeniert hat, verlegt die Geschichte in einen kalten, schäbigen Raum, der an einen Verhörraum oder eine Überwachungszentrale erinnert. Faszinierend ist die
Personenführung, raffiniert sind die immer neuen Durchblicke: Zwei innenliegende Fenster sind mal verspiegelt,
dann wieder durch Jalousien verdeckt. Dadurch beobachten und belauern sich die Frauen. Im Laufe des Abends wird der Blick freigegeben auf weitere gleichaussehende Räume, in denen die Spiegelbilder der Frauen stumm agieren.

Fazit
Die Bremer Philharmoniker unter der Leitung des schwedischen Barock-Spezialisten Olof Bomann trugen das Ihre dazu bei, um das Publikum am Ende des zweieinhalbstündigen Abends in Jubelstimmung zu versetzen. „Maria
Stuarda“ in Bremen – ein Opernabend, der sich lohnt. (Radio Bremen)

Die szenische Reduktion intensiviert die psychologisch geschickt aufgebaute Spannung. Wie zwei Raubtiere kreisen die beiden Frauen umeinander beziehungsweise um Leicester. Sie sind vom Charakter zwar sehr verschieden – Elisabetta setzt auf die Ratio, Maria auf das Gefühl –, aber Mahler sieht darin zwei Seiten einer Medaille. Das verdeutlicht sie mit einer ausgefeilten Personenführung, bei der jede Geste, jeder Ausbruch passgenau erarbeitet ist. Der Bühnenraum verwandelt sich unmerklich in ein raffiniertes
Spiegelkabinett… Ein großer Abend! (Nordwest Zeitung)
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